Zuletzt aktualisiert: 1. September 2026
Fast immer liegt es nicht an deinen Haaren, sondern an deiner Technik. Mit der nicht dominanten Hand drehst du den Lockenaufsatz weniger weit, hältst kürzer fest und nimmst dickere Strähnen. Dazu kommen deine natürliche Haarwuchsrichtung, dein Scheitel und die Seite, auf der du schläfst. Beide Seiten können dasselbe Ergebnis liefern, wenn du die Bewegung sauber spiegelst.
TL;DR
- Ursache 1 ist fast immer deine dominante Hand: auf deiner "schwierigen" Seite drehst du weniger weit, hältst weniger Spannung und stylst kürzer.
- Ursache 2 ist deine Haarwuchsrichtung. Bei Rechtshändern dreht der Wirbel in über 90 Prozent der Fälle im Uhrzeigersinn (Studie von Klar, 2003), wodurch das Haar auf einer Seite gegen den Strich liegt.
- Ursache 3 ist messbar und leicht zu beheben: ungleiche Strähnendicke und ungleich verteiltes Produkt zwischen links und rechts.
- Eine Locke fixiert sich beim Abkühlen, nicht beim Erhitzen. Durch Hitze brechen Wasserstoffbrücken im Haar; sie bilden sich neu, sobald das Haar abkühlt und trocken ist.
- Knochentrockenes Haar wird erst bei etwa 144 Grad wirklich formbar, aber mit Wasser darin sinkt diese Grenze Richtung Zimmertemperatur (Wortmann und Stapels, 2006). Feuchtes Haar lässt sich also problemlos auf einer niedrigeren Stufe stylen.
Weiter unten liest du außerdem, warum es einen Unterschied macht, ob ein Styling-Tool einen oder zwei Lockenaufsätze mitliefert, und wie du das vor dem Kauf prüfst.
Warum gelingt die eine Seite meiner Haare besser als die andere?
Weil du zwei Hände hast, die nicht dasselbe können, und weil dein Kopf nicht symmetrisch ist. In der Praxis gibt es vier Ursachen, sortiert danach, wie häufig sie vorkommen.
1. Deine dominante Hand. Auf der Seite, die "gut" läuft, bewegt sich deine Hand aus einer natürlichen Drehung heraus. Auf der anderen Seite musst du den Arm anheben, den Ellbogen nach außen drücken und das Handgelenk weiter drehen, als bequem ist. Die Folge: Du nimmst eine dickere Strähne (weil das schneller geht), ziehst die Strähne weniger gerade und lässt los, sobald dein Arm müde wird. Das sind drei Dinge, die alle drei die Locke schwächer machen.
2. Deine Haarwuchsrichtung. Dein Haar wächst nicht gerade aus der Kopfhaut, sondern in einem Winkel, und dieser Winkel unterscheidet sich je nach Zone. Rund um den Wirbel dreht sich das Haar spiralförmig, und diese Spirale hat eine Richtung. Auf der Seite, wo die Wuchsrichtung mit deiner Styling-Richtung mitgeht, fällt das Haar leicht. Auf der anderen Seite arbeitest du gegen den Wuchs, und dann will die oberste Schicht ständig zurückfallen oder abstehen.
3. Ungleiche Strähnen und ungleiches Produkt. Du siehst deine linke und deine rechte Seite im Spiegel nie gleich gut. Auf deiner schwachen Seite stylst du mehr nach Gefühl, und dann werden die Strähnen breiter und die Zeit pro Strähne kürzer. Auch Hitzeschutz und Mousse verteilst du meistens mit deiner dominanten Hand, also bekommt diese Seite oft einen Tick mehr ab.
4. Gewohnheiten außerhalb des Stylings. Schläfst du immer auf derselben Seite, wird diese Seite jede Nacht plattgedrückt und am Kissen gerieben. Trägst du deinen Scheitel jahrelang an derselben Stelle, gewöhnt sich das Haar auf dieser Seite daran, in diese Richtung zu fallen. Auch eine Schultertasche oder ein Telefon zwischen Schulter und Ohr spielen mit.
Ist die eine Seite meiner Haare wirklich anders als die andere?
Ein bisschen schon, aber weniger als du denkst. Es gibt keine Studie, die zeigt, dass die Haare auf der einen Kopfseite "die Locke schlechter halten" als auf der anderen. Was allerdings dokumentiert ist, betrifft Richtung und Zonen.
Zur Richtung: Die klassische Studie von Amar Klar (2003) fand heraus, dass 8,4 Prozent der Rechtshänder einen Wirbel haben, der gegen den Uhrzeigersinn dreht, während es bei Nicht-Rechtshändern etwa die Hälfte ist. Mit anderen Worten: Bei den meisten Rechtshändern läuft der Wirbel im Uhrzeigersinn, und damit liegt dein Haar auf der einen Seite eben ein wenig anders als auf der anderen. In einer Studie aus dem Jahr 2025 im Journal of Craniofacial Surgery zur Haarwuchsrichtung bei männlichen Haartransplantationspatienten sahen die Forschenden ebenfalls eine deutliche Tendenz nach rechts, passend zu dieser Wirbelrotation. Diese Studie befasste sich mit Männern und mit Haarlinien-Design, zieh daraus also keine Schlüsse über deine Locken. Der Punkt ist nur: Asymmetrie in der Wuchsrichtung ist normal, nicht außergewöhnlich.
Zu den Zonen: Haardicke und Lockenstruktur unterscheiden sich auch innerhalb eines Kopfes. Untersuchungen, bei denen Haare aus verschiedenen Kopfzonen unter dem Mikroskop verglichen wurden, zeigen Unterschiede zum Beispiel zwischen Wirbel, Seiten und Nacken. Und eine Zwillingsstudie zu Haardicke und Lockenstruktur berichtet neben der Erblichkeit auch von Variation innerhalb einer Person. Kurz gesagt: Dein Haar ist nirgends exakt gleich, also erwarte auch keine exakt identische Locke.
Wichtiger Unterschied: Die Wuchsrichtung bestimmt, wie dein Haar fällt. Die Technik bestimmt, wie gut die Locke sitzt. Das Erste kannst du nicht ändern, das Zweite fast vollständig.
Wie finde ich heraus, welche Ursache bei mir zutrifft?
Mit vier kurzen Tests weißt du innerhalb einer einzigen Styling-Session, ob es an deiner Technik, deiner Wuchsrichtung oder deiner Verteilung liegt.
- Der Handtest. Style deine schwierige Seite einmal mit der anderen Hand, oder lass jemanden anderen diese Seite machen. Läuft es dann sofort besser? Dann ist es die Technik, nicht dein Haar.
- Der Wirbeltest. Suche im Spiegel (oder mit deiner Handykamera) deinen Wirbel und schau, in welche Richtung die Spirale dreht. Die Seite, auf der das Haar mit dieser Drehung nach hinten läuft, ist fast immer deine "leichte" Seite.
- Der Strähnentest. Miss einmal bewusst, wie breit deine Strähnen sind. Nimm die Breite deines Lockenaufsatzes als Maß und halte beide Seiten gleich. Merkst du, dass du rechts vier Strähnen machst und links drei? Dann hast du deine Ursache gefunden.
- Der Nasshaar-Test. Kämme dein Haar nass durch, ohne Produkt, und lass es an der Luft trocknen. Fällt es dann schon asymmetrisch, liegt ein Teil an deiner Wuchsrichtung und am Schnitt. Fällt es nass gleichmäßig, nach dem Styling aber nicht? Dann ist es reine Ausführung.
Wie style ich meine schwierige Seite genauso gut wie die andere?
Indem du deine schwache Seite zuerst machst und alles messbar hältst: gleiche Strähnen, gleiche Zeit, gleiches Abkühlen. So gehst du Schritt für Schritt vor.
- Fang bei deiner schwierigen Seite an. Dein Arm ist dann noch frisch und deine Aufmerksamkeit am schärfsten. Die letzten Strähnen einer Session sind immer die schlampigsten, und die willst du nicht auf deiner schwachen Seite haben.
- Arbeite auf handtuchtrockenem Haar (etwa 80 Prozent trocken). Tropfnasses Haar kostet zu viel Zeit pro Strähne, knochentrockenes Haar nimmt die Form schlechter an.
- Teile dein Haar in vier Partien und fixiere sie mit Klammern. So kannst du auf beiden Seiten dieselbe Haarmenge pro Strähne nehmen.
- Halte die Strähnen schmal: etwa so breit wie dein Lockenaufsatz, also rund 3 bis 4 Zentimeter. Zwei schmale Strähnen geben immer ein festeres Ergebnis als eine dicke.
- Dreh immer vom Gesicht weg, auf beiden Seiten. Das bedeutet, dass die Drehrichtung links und rechts entgegengesetzt ist (siehe nächster Abschnitt).
- Passe deine Körperhaltung an statt dein Handgelenk. Heb den Ellbogen etwas an, dreh den Kopf ein Stück mit oder nimm das Tool mit dem Griff nach oben. Dein Handgelenk muss dann weniger weit drehen.
- Zähl laut mit. Zum Beispiel 15 Sekunden pro Strähne, auf beiden Seiten gleich. Nach Gefühl machst du deine schwache Seite immer kürzer, als du denkst.
- Schließe jede Strähne mit der Kaltstufe ab, 5 bis 10 Sekunden.
- Lass die Locke aufgerollt liegen oder fixiere sie mit einer Klammer, und lass sie mindestens eine Minute vollständig abkühlen. Erst danach lösen und mit den Fingern aufschütteln, nicht durchkämmen.
Warum macht die Drehrichtung des Lockenaufsatzes einen Unterschied?
Weil ein Lockenaufsatz dein Haar nur in eine Richtung wickelt. Benutzt du denselben Aufsatz auf beiden Kopfseiten, lockst du eine Seite vom Gesicht weg und die andere automatisch zum Gesicht hin, es sei denn, du drehst dein Handgelenk in eine unnatürliche Position. Genau deshalb fällt die eine Seite "wie von selbst" schön und die andere sieht steif aus.
Die Lösung ist einfach: zwei Lockenaufsätze, die entgegengesetzt drehen, einer für links und einer für rechts. Achte also darauf, wenn du einen Airstyler oder ein Locken-Set vergleichst. Der Airstyler Pro Ceramiq von Ace & Taylor liefert deshalb zwei vollständig keramikbeschichtete Lockenaufsätze mit, einen pro Drehrichtung, plus eine Cool-Shot-Stufe, um die Locke abzukühlen, ohne das Tool zu wechseln. Diese Keramikschicht ist keine dünne Sprühschicht: Sie hält die Wärme gleichmäßig, damit du auf deiner schwachen Seite nicht mit einer höheren Stufe kompensierst.
Du willst lieber einen lockeren, natürlichen Look? Dann wechsle bewusst ab: Locke nicht alle Strähnen in dieselbe Richtung, sondern dreh pro Strähne um. Damit fallen kleine Unterschiede zwischen links und rechts sofort weniger auf.
Warum ist Abkühlen wichtiger als eine höhere Temperatur?
Weil sich die Form beim Abkühlen fixiert. Wärme macht das Haar vorübergehend formbar, weil sich Wasserstoffbrücken zwischen den Keratinketten lösen. Diese Brücken bilden sich neu, in der neuen Form, sobald das Haar abkühlt und das Wasser draußen ist. Berührst du die Locke, solange sie noch warm ist, ziehst du sie genau in dem Moment aus der Form, in dem sie sich fixieren würde.
Wasser spielt dabei die Hauptrolle. Untersuchungen mit DSC-Messungen fanden für knochentrockenes Haar eine Glasübergangstemperatur von etwa 144 Grad, und diese Grenze sinkt Richtung Zimmertemperatur, wenn das Haar vollständig mit Wasser gesättigt ist (Wortmann und Stapels, 2006). In normaler Sprache: Je feuchter dein Haar, desto weniger Hitze brauchst du, um es zu formen. Deshalb funktioniert Styling auf handtuchtrockenem Haar bei mittlerer Stufe oft besser als auf trockengeföhntem Haar auf höchster Stufe.
Dieselbe Chemie erklärt auch, warum eine Locke bei feuchtem Wetter zusammenfällt: Die neuen Wasserstoffbrücken reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und verschwinden bei hoher Luftfeuchtigkeit oder beim Waschen. Auf deiner schwachen Seite sitzt die Locke meistens einen Tick lockerer, und die gibt dann als Erste nach.
Welche Ursache passt zu welchem Symptom?
Nutze diese Tabelle, um auf einen Blick zu sehen, was du auf deiner schwierigen Seite siehst und was du dagegen tust.
Und wenn es nach allem immer noch nicht gleich ist?
Dann ist das normal. Kein Kopf ist symmetrisch: Deine Ohren sitzen nicht auf exakt derselben Höhe, dein Scheitel verläuft nie schnurgerade und dein Schnitt folgt all dem. Streb also nicht nach zwei identischen Seiten, sondern nach einem Look, bei dem der Unterschied nicht auffällt.
Drei Dinge, die dabei helfen:
- Bring deine stärkste Seite nach vorn. Leg die Seite mit dem schönsten Fall über die Schulter und die schwächere nach hinten.
- Wähl einen tieferen Seitenscheitel. Der gibt auf einer Seite mehr Volumen und macht Asymmetrie zum Teil des Stylings.
- Fotografiere dein Ergebnis. Im Spiegel siehst du ein Spiegelbild, auf einem Foto siehst du, was andere sehen. Oft sieht die "schlechte" Seite auf dem Foto viel besser aus, als du dachtest.
Arbeitest du noch mit einem Lockenaufsatz für beide Seiten? Dann ist ein Set mit zwei entgegengesetzt drehenden, vollständig keramikbeschichteten Lockenaufsätzen wie im Airstyler Pro Ceramiq der schnellste Weg, deine schwierige Seite anzugleichen.
- 2 Jahre Garantie und 30 Tage Geld-zurück-Garantie: zu Hause an deinem Haar ausprobieren
- Funktioniert bei allen Haartypen, 1A bis 4C
- Trustpilot 4,8 von 5 ("Excellent") und über 10.000 Kundinnen und Kunden
- Entworfen in den Niederlanden, kostenloser Versand in NL, BE und DE
In unserer eigenen Kundenbefragung (214 Nutzerinnen und Nutzer, 30 Tage Anwendung) gaben 96 Prozent an, Locken zu erleben, die mindestens 24 Stunden hielten. Das ist eine Befragung von Ace & Taylor unter eigenen Kundinnen und Kunden, keine unabhängige Studie.
Häufig gestellte Fragen
Warum lockt sich mein Haar rechts nach innen und links nach außen?
Meistens, weil du auf beiden Seiten denselben Lockenaufsatz in dieselbe Richtung benutzt. Dann dreht die Locke auf der einen Seite vom Gesicht weg und auf der anderen genau darauf zu. Nimm pro Seite den Aufsatz mit der passenden Drehrichtung, oder dreh deine Hand bewusst um.
Muss ich alle Locken in dieselbe Richtung drehen?
Für einen klassischen, glatten Look ja: alle Strähnen vom Gesicht weg. Für lockere Wellen funktioniert Abwechseln besser, weil die Locken dann weniger ineinanderfallen und der Unterschied zwischen links und rechts weniger auffällt.
Kann ich meine Haarwuchsrichtung ändern?
Nein. Der Winkel, in dem deine Haarfollikel in der Kopfhaut sitzen, liegt fest und wächst immer wieder gleich nach. Du kannst den Fall aber vorübergehend steuern, indem du die Ansätze mit warmer Luft gegen die Wuchsrichtung föhnst und die Form abkühlen lässt, bevor du dein Haar anfasst.
Lohnt es sich, mit der anderen Hand stylen zu lernen?
Für manche schon, aber es ist der schwierigste Weg. Einfacher ist es, deinen Körper anzupassen statt deiner Hand: Ellbogen höher, Kopf leicht mitneigen, Tool mit dem Griff nach oben. Und mach deine schwierige Seite immer zuerst.
Warum sieht mein Haar im Spiegel gut aus und auf Fotos asymmetrisch?
Im Spiegel siehst du ein umgekehrtes Bild, an das dein Gehirn gewöhnt ist, auf einem Foto siehst du die Seite, die andere sehen. Dadurch fällt Asymmetrie auf einem Foto viel schneller auf. Nutze Fotos also zur Kontrolle und den Spiegel zum Stylen.
Wie lange muss eine Locke abkühlen, bevor ich sie anfassen darf?
Rechne mit mindestens einer Minute, bei dickem oder langem Haar länger. Die Form fixiert sich, während das Haar abkühlt und trocknet, alles, was du in dieser Minute anfasst oder durchkämmst, kostet dich Haltbarkeit. Die Kaltstufe beschleunigt das.
Geschrieben von Anne Leensen
Anne schreibt für Ace & Taylor über Hitze, Haarstruktur und Stylingtechnik und testet jede Routine zuerst selbst an verschiedenen Haartypen.
Quellen
- Wortmann, F.-J. und Stapels, M. (2006). The effect of water on the glass transition of human hair. PubMed 16358248
- Klar, A. (2003). Human handedness and scalp hair-whorl direction. Columbia University (pdf)
- Natural Asymmetry in Hair Growth Direction (2025), Journal of Craniofacial Surgery. PubMed 40100127
- Kinetics of the changes imparted to the main structural components of human hair by thermal treatment (zu Cohesive Set und Wasserstoffbrücken). ScienceDirect
- Variation and Heritability in Hair Diameter and Curvature in an Australian Twin Sample. PubMed 27291867



